Auszüge aus dem Buch

Judenchristliche Allianz

Judenchristen sind Menschen, welche von jüdischen Eltern oder Voreltern abstammen und Jesus Christus als den Messias Israels und den Heiland der Welt bekennen sowie ihre Zugehörigkeit zum jüdischen Volk bejahen.

Aus kleinen Anfängen, die bis ins Jahr 1813 zurückreichen, bildete sich 1866 in London die erste judenchristliche Allianz, deren Mitglieder zu Bibelstudium und Gebetsgemeinschaften regelmässig zusammenkamen, jedoch auch ihr jüdisches Bewusstsein und die Liebe zu Palästina wachhielten. Ähnliche Gruppen bildeten sich in anderen Ländern, die sich 1925 in der Internationalen Judenchristlichen Allianz zusammenschlossen, seit 1991 The International Messianic Jewish Alliance genannt. Die nationalen Gruppen der verschiedenen Länder können weiterhin unter ihren alten Namen agieren, in der Schweiz ist es die Judenchristliche Allianz. Die verschiedenen Allianzen sind jedoch der Internationalen Messianic Jewish Alliance angeschlossen.

In Europa sieht sich der Judenchrist innerhalb der Kirche als Brückenbauer zwischen Juden und Christen. Dem Christen kann er die Welt des Alten Testaments erschliessen, dem Juden die des Neuen Testaments. Eine weitere Aufgabe besteht darin, Kirche und Judentum zu den Wurzeln, zur Urgemeinde Israel zurückzubringen. In den USA und Israel, sehen sich die Judenchristen als rein messianische Juden (das heisst Juden, die Christus als ihren Messias angenommen haben). Ihren Auftrag verstehen sie weniger darin, Brücke zwischen Kirche und Judentum zu sein, sondern im missionarischen Auftrag innerhalb des Judentums. Jesus war Jude, und die Bibel wurde von Juden geschrieben.

Der überwiegende Teil der Mitglieder der Allianz sind Glieder bestehender christlicher Kirchen, wie Anglikaner, Lutheraner, Presbyterianer, Reformierte, Baptisten, Katholiken und Mitglieder aus freien Gemeinschaften (so ist es zum Beispiel möglich, dass ein Judenchrist auch Kirchenpräsident der evangelisch-reformierten Kirche sein kann). Alle fünf Jahre erfolgt eine Weltkonferenz.

In Zürich treffen sich die Mitglieder in sporadischen Zusammenkünften zu Vorträgen, Aussprachen oder Bibelstudium. Themen der Vorträge sind zum Beispiel «Was bedeutet es, Jude zu sein innerhalb der Kirche?» oder «Kirchengeschichtlicher Antijudaismus».

Literatur:

  • Heinz D. Leuner: Warum Judenchristliche Allianz? (Informationsbroschüre)
  • Harry Herz-Hablützel: Dialog oder Judenmission? (Broschüre)
  • Messianic Jewish Life (englisch, erscheint vierteljährlich)
  • Die Zeitschrift Der Zeuge, das Organ der Judenchristlichen Allianz, erscheint im Moment nicht mehr, eine Fortführung ist jedoch geplant

Kontakt:

  • Harry Herz-Hablützel, Witikonerstrasse 66, 8032 Zürich, Tel. 01 3815310

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