Auszüge aus dem Buch

Freie Zone (Ron’s Org, Reformbewegung freier Scientologen)

Nach einem Machtwechsel innerhalb der Scientology Kirche wurden in den Jahren 1982/83 viele der Scientologen, welche mit dem Gründer L. Ron Hubbard zusammengearbeitet hatten oder innerhalb der Organisation eine wichtige oder hohe Stellung einnahmen, durch ein neues Management hinausgeworfen oder verliessen die Scientology Kirche auf eigenen Wunsch. Ein Grossteil dieser Scientologen formierte sich in der Folge mit anderen ehemaligen Mitgliedern neu in der so genannten «Freien Zone», einem weltweiten Netzwerk, welches sich ebenfalls auf L. Ron Hubbard beruft und nach dessen Technik arbeitet. Nach Angaben der Freien Zone versuchte die Scientology Kirche die ersten Zentren der unabhängigen Scientologen durch Schikanen, Unterwanderung und Prozesse – vor allem in den USA – zum Schweigen zu bringen. Dies war mit ein Grund, weshalb sich manche Zentren wieder aufgelöst haben. Ein weiterer Grund waren die teils turbulenten Verhältnisse innerhalb bestimmter Zentren. Bei anderen Zentren fand teilweise eine Zersplitterung statt.

Verschiedene Anwender der Technologie Hubbards liessen die Dianetics und Scientology fallen oder entwickelten diese weiter. So entstanden neue Richtungen wie Metapsychology, Avatar, Dianasis, Knowledgism und andere mehr. Ein Teil der Freien Zone blieb jedoch der Scientology und Hubbard treu. Diese Personen betrachten sich nach wie vor als Scientologen, die standardmässige Scientology liefern wollen. Mittlerweile kann von einer Freien Zone im engeren Sinn, sowie einer Freien Zone im weiteren Sinn gesprochen werden welche bis an Gruppierungen heranreicht, die die Scientology so verwässert haben, dass man diese nicht mehr richtig erkennen kann. Dieser Text beschränkt sich auf die Freie Zone im engeren Sinn, also auf diejenigen, welche die so genannte ''Standard Technologie'' anbieten, die so genannten Ron's Orgs = ''Ron's Organization and Network for Standard Technology''.

Mitte der 90er-Jahren wurde es diesen freien (bisher zum Teil voneinander isolierten) Scientologen mit Hilfe des Internets wieder möglich, miteinander Kontakt aufzunehmen und neue Netzwerke zu bilden. So nimmt die Reformbewegung der freien Scientologen heute wieder an Kraft zu. Neben den bestehenden Zentren bildeten sich in den letzten Jahren verschiedene neue Gruppen in den USA, Südamerika, Russland und Europa, darunter auch in den drei deutschsprachigen Ländern.

 

Ziel der freien Zone und der Reformbewegung freier Scientologen ist es, Interessierten zu erschwinglichen Preisen Scientology-Kurse und -Auditing (geistige Beratung) bis zu den höchsten Stufen anzubieten, ebenso soll die Öffentlichkeit über die Hintergründe informiert werden, die zu der Spaltung 1982/83 geführt haben. Ein anderes Ziel ist, Personen bei ihrem Schritt, die Scientology Kirche zu verlassen, zu unterstützen und ihnen eine Rückkehr in die Normalität des Gesellschaftslebens zu ermöglichen, ohne dass sie deshalb ihre spirituellen Ziele aufgeben müssen. Ebenso möchte die Freie Zone über Dinge orientieren und aufklären, über die in der Scientology Kirche nicht informiert wird.

Aus der Sicht der Freien Zone steht die Scientology Kirche seit längerer Zeit nicht mehr im Einklang mit den Ideen und Visionen ihres Gründers L. Ron Hubbard. Im Gegensatz zu L. Ron Hubbard, der sich in den Dienst der Menschheit gestellt habe, stehe in der Scientology Kirche der Mensch im Dienste der Organisation, die ihn mit der Aussicht auf Erlangung der «völligen Freiheit» bei Laune halte, jedoch auch stark bevormunde und kontrolliere. Die Praxis sei oft das Gegenteil der Theorie. Ebenso sei es, bedingt durch die hohen Kursgebühren, vielen Scientologen nicht mehr möglich, innerhalb der Scientology Kirche ihre Ziele zu erreichen. Das eigentliche Ziel sei aus den Augen verloren worden.

Im Gegensatz zur Scientology Kirche wird in der Freie Zone Scientology weniger als Religion verstanden, sondern vielmehr als Erkenntnisphilosophie, die es dem Menschen ermöglicht, Antworten auf Fragen zu erhalten, die jedoch auch in den Bereich der Religiosität gehen, wie zum Beispiel woher komme ich, wohin gehe ich usw.

Heute besteht die Freie Zone neben ehemaligen Mitgliedern der Scientology Kirche zum grössten Teil aus Personen, welche die Philosophie erstmals in der Freien Zone, «ohne Druck und authentisch», kennen gelernt haben. So hatten zum Beispiel alle Mitarbeiter der ''Rons' Org'' in Frankfurt, einem der grössten Zentren der Freien Zone im deutschsprachigen Raum, keinen früheren näheren Kontakt zur Scientology Kirche. In den drei deutschsprachigen Ländern existieren verschiedene kleinere Zentren und Gruppen, ebenso zahlreiche Einzelpraxen von teilweise jahrzehntelang trainierten und erfahrenen Scientology-Auditoren (Berater). Von der Schweiz aus wird auch Russland betreut, welches mit rund 50 Ron's Org's und ca. 1'500 aktiven Scientologen das stärkste Land der Freien Zone darstellt. Einmal im Jahr wird ein grösseres Zusammentreffen organisiert, eine so genannte Convention, bei der sich freie Scientologen aus der ganzen Welt treffen.

Literatur:

   •  Die Freie Zone – Die alternative ­Scientology-Bewegung

       (Informationsbroschüre)

   •  Die Freie Zone, ein Info-Pack unabhängiger Scientologen

   •  Heidrun Beer: Scientologisch verstehen – Ein Sprachbuch für Angehörige,

       Lehrer, Seelsorger, Therapeuten und Journalisten, Edition Octous, 2004.

   •  International Viewpoints (englisch, ­erscheint zweimonatlich)

Kontakt:

   •  Schweiz: Ron’s Org Bern, Mohnstrasse 96, 3084 Wabern, Tel. 031 9640666

      info@ronsorg.com
      www.ronsorg.com

   •  Freie Zone e.V., Postfach 1524, D-85265 Pfaffenhofen, Tel. 0049 896704503,

      Fax 0049 896704803

      www.freezone.de

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